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Frankreich
Ich könnte jetzt mit dem Cro-Magnon-Menschen anfangen,
aber das hat von einem historischen Standpunkt keine große Bedeutung.
Als die Kelten aus Irland über England auf das
europäische Festland zurückkehrten, durchzogen sie zuerst Frankreich, um sich
hier zu teilen. Die einen gingen nach Spanien, die anderen zogen über
Italien, Griechenland bis Kleinasien und die dritten ließen sich nieder. An
der Küste zum Mittelmeer gab es schon sehr früh griechische Kolonien. Später
kamen die Römer. Sie blieben nicht nur an der Küste, sondern waren bestrebt,
das ganze Land unter ihre Kontrolle zu bringen und wirtschaftlich nutzbar zu
machen. Straßen wurden gebaut und Knotenpunkte mit Märkten eingerichtet.
Anfangs gab es vonseiten der Kelten großen Widerstand, aber nach einer Zeit
sahen auch sie die Vorteile.
Im 5. Jahrhundert begann die Völkerwanderung und eine der
ersten, die durch das Land zogen und fast alles verwüsteten, waren die
Alemannen, was sich auch bis in der französischen Sprache niedergeschlagen
hat, Deutschland heißt „Allemagne“.
Fast 3 Jahrhunderte wechselten sich verschiedene
Fürstentümer ab, bevor Karl der Große das Frankenreich schuf. Nachdem dieses
dann in 3 Teile zerfallen war, ging die Kaiserkrone nach Deutschland, und
Frankreich dezentralisierte sich.
Erst der militärische Erfolg gegenüber den Engländern im
100- jährigen Krieg brachte eine Einheit, die Frankreich zur europäischen
Großmacht aufsteigen ließ. Was wäre wohl aus Europa im 30-jährigen Krieg ohne
Frankreich geworden? Hier ging es vor allem darum, die geistig rückständige
Hegemonie der Habsburger zu brechen. Die gute Zusammenarbeit zwischen Ludwig
XIII. und Richelieu machte den Durchbruch des Protestantismus in Deutschland
und Holland und damit die Modernisation Europas möglich.
In einem Europa der Könige und Fürsten gelang es dem
französichen König am besten, die Macht in seiner Hand zu konzentrieren.
Einige Sprüche von Ludwig XIV oder Sonnenkönig sind bezeichnend für diese
Situation: „L’état c’est moi!“ (Der Staat bin ich.) Er ließ verschiedene
Akademien gründen, wie zum Beispiel die der Künste. Dort wurde bestimmt, was
zum Beispiel in der Malerei als schön gelten sollte. Ein Historiker schrieb
einmal über ihn, dass er klug genug war, zu erkennen, dass es besser sei, die
Staatsgeschäfte in verständige Hände (Kardinal Jules Mazarin) zu legen, um
sich auf repräsentative Aufgaben zu beschränken.
Sein Enkel Ludwig XVI soll dagegen ein schwaches Glied in
der Kette gewesen sein und machte es dem entstandenen und gebildeteren,
reicheren Bürgertum leicht, ihn abzusetzen. Als ob dieser harte Pfropfen, das
Königtum, in der Flasche größere Kräfte benötigte, herausgepresst zu werden,
was dann zur französischen Revolution führte, während in England zum Beispiel
Cromwell das Königreich schon vorher geschwächt hatte. Dieses nach oben
drängende Bürgertum verfügte durchaus schon über die Fähigkeiten, ein Land zu
führen, hatten sie doch enge Kontakte zu Großbritannien und den U.S.A.
geknüpft. Aber ihm fehlte der Mut, den letzten, entscheidenden, unumkehrbaren
Schritt zu tun, um Frankreich in die Zukunft voranzubringen: Die Hinrichtung
des Königs. Jahrelang hatte die Nation in sich gekämpft, bevor sie das Symbol
der königlichen Unantastbarkeit überwanden. Dieses Zögern, der Druck von
außen, die Gleichgültigkeit der befreiten Vereinigten Staaten und die
Unmündigkeit der großen Massen in Frankreich, wo hätten sie es auch lernen
sollen, führte zur nächsten Diktatur: Napoleon.
Er schlief dort, wo seine Soldaten übernachteten, im
Stall, er wusste, wie sie ihn respektieren würden, und wie er sie ansprechen
musste. Dass er fast ganz Europa erobern konnte, lag nicht nur an seinen
staatsmännischen, organisatorischen Fähigkeiten oder direkten Manieren
gegenüber kleinen Leuten. Das aufkommende Bürgertum in ganz Europa hatte
während der französischen Revolution mit einem neidischen Auge auf Frankreich
geblickt. Der militärische Erfolg Napoleons war auch ihnen zu verdanken. Sie
hatten die Nase voll von den Aristokraten ihrer eigenen Länder und er
versprach ihnen eine Umgestaltung der Gesellschaft und Machtstrukturen. Er
schuf den Franzosen ein Gesetzbuch, das größtenteils noch heute in Kraft ist.
Aber er war einfach größenwahnsinnig. Beethoven zum Beispiel war zuerst ein
Verehrer von ihm gewesen, und hatte sogar eine Symphonie nach ihm benannt,
aber als Napoleon sich selbst zu Kaiser krönte, gab der desillusionierte
Beethoven seinem Musikstück lieber den Namen „Eroica“. Er war klug genug, zu
erobern, aber nicht mehr intelligent genug, um es auch zu halten.
Danach wurde Frankreich von England, Preußen, Russland
und Österreich besetzt. Da sie wussten, dass sie ein ihnen gegenüber
feindseliges Frankreich nicht halten könnten, also klüger waren als Napoleon,
setzten sie wieder einen ihnen wohlgestimmten König ein. Aber der Geist der
Republik konnte nicht mehr in die Flasche zurückgepresst werden und der
Bourbonen-König musste wieder gehen.
Napoleon III wurde zuerst als Symbol der Republik von den
Franzosen herzlich begrüßt, nur benahm er sich nicht viel besser als ein
König und die Franzosen lernten, endlich selbst zu denken. Es dauerte fast
ein ganzes Jahrhundert, bis die Demokratie funktionierte. Heute ist das Land
eines der Beispiele für eine multinationale Gesellschaft.
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Sonntag, 2. August 2015
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